HIer zeigen wir besondere Artikel zu unseren Zwerg-Cochin und einzelnen Farbenschlägen:
Tierbesprechung von der Europaschau 50.HSS Essen Januar 2012

Tierbesprechung von der 49. HSS (9.1.2011)
Tierbesprechung durch unseren Präsidenten, SR und Zuchtwart Dieter Aschenbach für den Farbenschlag schwarz.
Unser Dieter Aschenbach hatte die Bewertung für alle schwarzen Zw. Cochin durchgeführt .Durch die Übernahme der Schreibarbeit durch unseren Zuchtfreund und PR-Anwärter Dietmar Hohenhorst konnte sich unser Zuchtwart sehr intensiv mit den Tieren auseinander setzen und im Team die korrekteste Beurteilung erarbeiten.
Eine sehr wichtige Aufgabe für den Preisrichter ist es, durch die Beurteilung der Tiere eine Richtung, einen Trend, eine Leitlinie vorzugeben bzw. darzustellen. Hierdurch sollen die Züchter angeleitet werden, wohin die Reise gehen soll, auf welche Rassemerkmale müssen wir noch mehr bzw. verstärkt achten, was soll nicht mehr in die Zucht. Es werden hier die Begriffe geprägt dass der SV der Träger der Zucht ist und der Preisrichter der Lenker der Zuchten.
Bei der Bewertung der 1,0 fiel teilweise auf, dass die Oberlinie sehr ungenügend ausgeprägt ist. Bei diesem Mangel kann nicht mehr als ein „gut“ erreicht werden. Dies zeigt sich hierbei so, dass der Halsbehang ohne Vertiefung für den Rücken als waagrechte Linie in die Kruppe übergeht. Die Kruppe zeigt hierbei keinen Anstieg. Die Oberlinie soll jedoch nach dem Halsgefieder abfallen zum Rückental und von hier im ersten Drittel ansteigen, im zweiten Drittel die maximale Höhe der Kruppe erreichen und im dritten Drittel wieder abfallen.
Viele 1,0 hatten üppiges Volumen und Federwerk und einen sehr breiten Stand. Ein ganz wesentliches, man kann sagen eines der wichtigsten Rassemerkmale ist die Neigung der Tiere nach vorne. Hier scheidet sich die Spreu vom Weizen. Aber man erkennt sehr schnell, dass Neigung und Oberlinie sehr voneinander abhängen, denn ein Tier mit gutem Anstieg hat in der Regel auch die Vorneigung.
Sehr wichtig ist es bei den 0,1 auf Oberlinie und Neigung zu achten, denn nur aus diesen 0,1 werden wir Hähne mit diesen wichtigen Rassemerkmalen erhalten. Die Form der Hähne wird zu 60-70 % durch die Mutter vererbt.
Der 1,0 welcher uns den Trend vorgibt, war in Käfignummer 26 von unserem Zuchtfreund Axel Lübben. Dieser Hahn war mit HV 96 E bewertet und hatte folgende hervorragende Rassemerkmale: feine Neigung, sehr schönen Anstieg zur Kruppe mit toller Oberlinie, kleinem Kopf, kleinem gut geschnittenem Kamm und kleine gut geschlossenen Kehllappen. Alles in allem das Vorbild für die Zuchtarbeit im kommenden Jahr.
Auch bei den Hennen gab es neben sehr schönen Tieren auch welche die leider nicht über ein „gut“ hinaus kamen und für die Zucht möglichst nicht eingesetzt werden sollten. Ganz allgemein kann man sagen, dass sich ein Zwerg Cochin von unten her aufbaut. Dies bedeutet, dass wir über ausgeprägten Latschen ein üppiges Schenkelposter brauchen. Dieses Schenkelpolster stellt sich für unseren Zwerg Cochin wie ein ausgeprägter Sockel dar, auf dem der weitere Aufbau stattfindet. Der Sockel geht vorne in die tiefe, breite Brust über. Die Oberlinie, wie bei den Hähnen, fällt vom Kopf her über den Halsbehang zum Rücken ab und steigt dann zur Kruppe an, dem höchsten Punkt unserer Henne. Durch diesen Aspekt ergibt sich automatisch die geforderte Vorderlastigkeit der Henne. Ganz wichtig auch bei den 0,1 ist ein fester fleischiger und stabiler Kamm, mit gleichmäßiger Zackung. Nur von Hennen mit diesen Attributen werden wir sehr gute Köpfe bei den Hähnen erhalten.
Bei den Hennen aus Käfignummer 33+34 je mit sg 95 E von unseren Zuchtfreunden Krautwald und Gallasch konnten wir einen idealen Stand mit guten Proportionen erkennen.
In Käfignummer 32 war eine 0,1 von unserem ZF Krautwald mit recht dunklem Gesicht. Diese schwärzliche Gesichtsfarbe bedingt einen tollen Grünlack und kann als optimale Farbstoffreserve für die Zucht der schwarzen angesehen werden. Wird der Schnabel bei den schwarzen jedoch schon gelb, dann ist keinerlei Farbstoffreserve mehr vorhanden und wir werden bei diesen Tieren keinen Lack mehr vorfinden. Diese oben genannte 0,1 hatte auch eine sehr ansprechende Federbreite mit gesundem Federwerk, mit 1/3 Federfahne und 2/3 Flaumgefieder.
In Käfignummer 43 eine 0,1 mit feiner Breite, ausgeprägtem Sockel, tiefer breiter Brust und toller Oberlinie, aber die Kammfahne legt sich um. Dies drückt das Ergebnis um mindestens 2 Noten. Es ist wie oben beschrieben sehr wichtig, auf einen stabilen, fleischigen, aufrechten und kleinen Kamm zu achten.
Bei weiteren Tieren kann man feststellen, dass nicht nur die Größe und das Federvolumen ein wichtiger Punkt, sondern auch die Harmonie am Tier passen muss. Es ist sicher besser, ein etwas kleineres Tier mit feiner Harmonie zu stellen, als ein sehr großes üppiges Tier ohne ansprechende Harmonie in Ober- und Unterlinie.
Bei der Zuchtausschusssitzung am Vorabend zur Bewertung wurde sehr intensiv über die Köpfe unserer Zwerg Cochin gesprochen. Es ist sehr wichtig hierauf sehr bewusst und genau zu achten. Der Kamm wird als Asiatenkamm, möglichst mit 4 Zacken, kurzem Vorkamm und möglichst kurzer Kammfahne gefordert. Gleichermaßen wichtig ist es, dass der Kamm ein festes fleischiges Blatt mit stabilen und gleichmäßig breiten Zacken besitzt. Meist ist es auch so, dass Tiere mit feinem Kamm auch ein gute Form bringen.
Bei der Henne in Käfignummer 55 von ZF. Norbert Krautwald können wir diese Rasseattribute wunderbar erkennen. Vorzügliche Oberlinie, ausgeprägte Schenkelpolster (Sockel) das wunderbar in die breit tiefe Brust übergeht, ein feiner Kopf, breite Feder mit richtiger Verteilung von Fahne und Flaum. Hierzu gab es vorzüglich 97 Punkte. An diesem Tier können wir unseren Maßstab für die Aus- richtung unserer Zuchten für das neue Zuchtjahr anlegen.
Auch die Hennen in Käfignummer 62+63zeigen feine Formen, Köpfe, sowie Ober- und Unterlinien. Sie sind aus dem Stall von ZF Axel Lübben, der insgesamt 5* HV 96 bei den schwarzen erreicht hat. Eine tolle Leistung.
Bericht verfasst am 9.1 2011 durch Ottmar Scholz
Federball-Spezial: der Farbenschlag birkenfarbig
Musterbeschreibung aus dem Rassegeflügelstandard für Europa
Hahn: Kopf, Hals- und Sattelbehang silberweiß mit schwarzen Schaftstrichen . Flügeldecken und Rücken silberweiß. Brust schwarz mit schmaler Silbersäumung einschließlich Kropfpartie, bei Althähnen tiefer-gehend gestattet. Übriges Gefieder schwarz mit grünem Glanz.
Henne: Kopf, Hals und Brust wie beim Hahn, übriges Gefieder schwarz mit grünem Glanz. Untergefieder bei Hahn und Henne schwarz bis grauschwarz. Lauffarbe grünschwarz mit möglichst gelber Sohle.
Grobe Fehler: Fehlende oder zu klatschige Säumung sowie weiße Federkiele auf der Brust, Säumung auf Schenkel und Bauch, Zeichnung im Mantelgefieder der Hennen, Schilf, stark durchstoßende Schaftstrich-zeichnung im Halsbehang bei Hahn und Henne, etwas unreine Decken beim Hahn und etwas schwärzlicher Kopf und Nacken bei der Henne sind vorerst keine groben Fehler.
Zwerg Cochin, birkenfarbig
von Ottmar Scholz
Meine sehr geehrten Züchterfrauen, werte Zuchtfreunde. Können Sie sich einen schöneren Kontrast vorstellen, wie eine tiefschwarze Grundfarbe mit viel Grünglanz, überzogen mit einem Schleier von reinstem silberweiß, auf einem sattgrünen Rasenauslauf – wohl kaum. Aber dieses fantastische Farbspiel können Sie bei unseren birkenfarbigen Zwergcochin selbst erleben.
Bei unserer Sommertagung 2008 in Stade haben wir dieser imposanten Farbe den Förderpreis für 2009 bei der HSS zuerkannt. Es wäre toll, wenn sich hierzu viele Züchter, möglichst alle bekannten und natürlich auch viele „neue“ Züchter beteiligen könnten.
Bei der 44. Nationalen Rassegeflügelschau in Stuttgart im Januar 1963 wurden die birken-farbigen Zwergcochin als 9. Farbenschlag zu-gelassen. Der Erzüchter war Hans Emil Knour. In der ehemaligen DDR wurden die birken-farbigen bei der Lipsia-Schau 1972 anerkannt.
Die Grundidee unserer Zwergcochin wurde von Walter Rüst in seinem „Roten Faden“ be-schrieben. Er spricht hier zum erstenmal vom Federball, an dem alles rund sein muss. Es gibt keine Ecken, kein Kanten nur Kreise und Rundungen. Das Verhältnis von Höhe, Breite und Länge ist 1:1:1. Alles andere muss sich die-sem Evangelium unterordnen. Dieser Leit-gedanke trifft natürlich auch auf die birkenfar-bigen Zwergcochin zu.
Von einem breiten, üppigen Sockel, welcher durch kräftige Latschen und stark ausgeprägte Stulpen und Schenkelgefieder gebildet wird, erhebt sich ein nach vorn gekippter, allseits runder Körper. Er zeigt tiefe Brust, breite Schulter, kurzen Rücken mit Anstieg zur Kruppe. Die Kruppe hat ihre höchste Erhebung nicht am Schwanzende, sondern kurz davor. Der Kopf und die höchste Stelle der Kruppe müssen auf einer waagrechten Linie liegen. Um einen breiten, runden Cochin zu erhalten, brauchen wir breites flaumreiches Gefieder, wobei die Feder zu 2/3 mit Flaum und 1/3 aus festem Federanteil besteht.
Hochwertige Tiere besitzen eine sehr üppige Federfülle und erzeugen hierdurch Ihre Größe. Somit darf Größe niemals durch übergroßes Gewicht aus Knochen, Muskeln oder Fett erreicht werden. Auch die Kopfpunkte müssen sich in das Grundkonzept eingliedern. Deshalb wünschen wir ein verhältnismäßig kleines Köpfchen mit kleinem, aber kräftigem und gut geschnittenem Kamm mit möglichst 4 Zacken. Die Kammfahne ist kurz, folgt der Nackenlinie, liegt hierbei aber nicht auf. Die Kehllappen sind nicht zu groß, ohne Falten und vorne ge-schlossen. Die Augen möglichst rot.
Aber nun zum attraktiven Farbspiel unserer birkenfarbigen Zwergcochin. Die Grundfarbe ist ein sattes Schwarz mit grünem Glanz. Diese Hauptfarbe wird beim Hahn an Kopf, Hals und Sattelbehang ersetzt durch reines Silberweiß mit schwarzem Schaftstrichen. Diese farbige Feder-kielzeichnung darf am Federende das Silber-weiß möglichst nicht durchstoßen. Bei der Brust einschließlich der Kropfpartie haben wir schwarz mit schmaler Silbersäumung. Wenn diese Säumung nicht vorhanden, oder aber bis zu den Schenkeln reicht, bzw. auch weiße Fe-derkiele vorhanden sind, dann sprechen wir von einem Mangel. Auch der Rücken und die Flügeldecken zeigen reines Silberweiß, wobei etwas unreine Flügelfarbe beim jungen 1,0 ge-duldet wird. Die Kruppe ist rein schwarz ohne sichtbares Weiß. Die Unterfarbe sollte mög-lichst dunkel sein, also schwarz oder grau-schwarz, sonst bekommen wir Hähne mit Schilf (weiß) in der Kruppe. Bei der Henne haben wir Kopf, Hals und Brust wie beim Hahn. Das restliche Gefieder ist tief schwarz mit grünem Glanz. Ein etwas schwärzlicher Kopf und Nacken sind zur Zeit noch kein grober Fehler. Weiß gesäumte Schwingen sind bei Hahn und Henne nicht gestattet.
Wenn wir im zeitigen Frühjahr unsere Zucht-stämme zusammen stellen, müssen wir wie bei den anderen Farbvarianten darauf achten, dass wir nur Tiere einstellen, die absolut der Grundidee der Zwergcochin entsprechen. Bei der Farbe ist es gut, ideal gezeichnete Tiere zu verwenden. Aber auch eine Ausgleichspaarung mit überzeichneten = zu viel oder zu tiefe Säumung, mit unterzeichneten Tieren ist möglich. Leider ist die Zuchtbasis inzwischen ziemlich schmal geworden. Unser Spitzenzüchter Bernhard Hermelink hat mit der Einkreuzung einer reinerbigen 0,1 weiß sehr gute Erfolge erzielt . Bei mir hat das leider nicht geklappt. Die birken-farbigen haben sonst die gleichen guten Eigenschaften der anderen Farben, wie liebenswertes, gemütliches, zahmes und ruhiges Wesen, durchschnittliche Legeleistung, und sehr guter Bruttrieb.
Als Küken schlüpfen die birkenfarbigen mit sehr dunklen, man kann fast sagen mit schwarzen Dunen. Eine Auslese ist in diesem Alter aus farblicher Sicht noch nicht möglich. Aber bereits beim Jugendgefieder zeigt sich die Silber-Zeichnung am Kopf und am Hals. Was sich hier nicht einwandfrei darstellt, kann bereits jetzt aussortiert werden. Das Schmuckgefieder der Hähne am Sattelbehang entwickelt sich erst bei der Mauser im Frühherbst. Ab diesem Entwick-lungsstadium kommt die edle Farbe voll zur Geltung und wir können die Vorauswahl für un-sere Ausstellungen durchführen. Haben sich nun einige Tiere gemäß unserem Zuchtideal ent-wickelt, so ist die Freude riesengroß, dass wir wieder am Kreis der Aussteller teilnehmen dür-fen.
Werte Zuchtfreunde, ich bedanke mich sehr für Euer Interesse an den birkenfarbigen Zwerg- cochin. Weiterhin hoffe ich, dass ich doch einige neue Liebhaberinnen bzw. Freunde gewinnen konnte. Falls Sie hierzu Ergänzungen, Fragen oder Anregungen haben, bitte ich um Ihre Nachricht.
Fotos: Hans-Dieter Prekel
Pressestimmen aus dem Jahr 1966 - Geflügel-Börse 3. Juni 1966, Nr. 11
Zwerg-Cochin gibt es in vielen Farbenschlägen. Die Birkenfarbigen – ebenfalls anerkannt – sind noch sehr jung. Bei silberweißen Köpfen besitzen sie ebensolche Hälse in beiden Geschlechtern einen schwarzen Schafttstrich. Leichte Silbersäumung, nicht zu tief, keineswegs auf die Schenkel übergreifend – herabreichend, zeigt die Brust. Ansonsten ist die Henne schwarz. Der Hahn zeigt außer schwarz nur noch silberweiße Flügeldecken – beim Junghahn etwas weniger ausgeprägt, ebensolchen ungesäumten Rücken und Sattelbehang mit geringem Schwarz. Im Farbbild ist die Henne naturgemäß dunkler. Messingtöne im Silber sind unerwünscht. Formlich ist die ge-nügende Breite erreicht. Brusttiefe und Kruppenhöhe lassen noch kleine Wünsche offen. Farblich konnten die 1965 gezeigten 1,1 abgestimmter sein. Ist man erst einmal so weit, lässt sich dieses auch ohne größere Anstrengungen erreichen. Weppelmann.
Und Hugo Lorz schreibt im Deutschen Kleintierzüchter 4/1966:
Seit einem Jahr ist ferner der birkenfarbige Farbenschlag anerkannt. Er wurde bereits in einigen recht guten Tieren, besonders in formlicher Hinsicht, gezeigt. Die farblichen und zeichnungsmäßigen Forderungen sind jedoch noch nicht erfüllt und bedürfen noch einer konsequenten und zielstrebigen Zucht. Der Farbenschlag befindet sich bei unserem Geschäftsführer Emil Knour in guten Händen. Für die Hennen ist noch mehr Zeichnung zu fordern, diese ist bei den jetzigen Tieren noch reichlich knapp. Die Hahnenfarbe ist mit dem Silberweiß in den Behängen und der Halszeichnung schon recht ansprechend.
Und vor 40 Jahren:
Auszug aus dem Protokoll der Zuchtausschusssitzung des ISV
vom 10/11.Febr.1968 in Offenbach
Birkenfarbig: Halsbehang mit gut ausgebildetem, geschlossenem Schaftstrich in Hals und Sattel. Schaftstrich stets schwarz, ebenfalls die Schwingen. Schwingen stets schwarz ohne jegliches Weiß. Behangfarbe silberweiß, Cremefarbe ist zu bestrafen. Brustzeichnung mit leichter Säumung bis zur
Kropfhöhe unbedingt erforderlich. Dem Stand der Zucht entsprechend wie auch dem Schwierigkeitsgrad soll bei der Bewertung der etwas übermäßigen Brustzeichnung – über den Kopf hinausgehend – mit etwas Milde begegnet werden, da es äußerst schwierig ist, die Farbe nur auf die vorgesehene Kropfhöhe abgegrenzt zu halten. Sie wird immer versuchen, über Brust bis in die Schenkel durchzuschlagen. Selbstverständlich ist durch steten Hinweis auf diesen Fehler die richtige Zeichnungshöhe als Ziel in den Vordergrund zu stellen.
Auszug aus: Neue genetische Erkenntnisse über Birkenfarbig –
Geflügel-Börse Nr. 1/1975
Vom Standpunkt der Vererbungsforscher aus han-delt es sich bei der „Birkenfarbigkeit“ um eine Abwandlung oder Mutation des Faktors E für Aus-breitung des schwarzen Farbstoffes (Eumelanin) über die ganze Feder bzw. das gesamte Gefieder. Rassen, die für diesen autosomalen, nicht im Geschlechtschromosom gelegenen Faktor homo-zygot sind, ihn also doppelt besitzen (EE) tragen als Küken ein schwarzes Daunenkleid bei weißlicher Unterseite. Als Erwachsene sind sie reinschwarz bei dunklem Untergefieder und dunkler Lauf- und Schnabelfarbe. Bei den EE-Hühnern ist die Pig-mentierung so stark, dass sie das ursprüngliche reb-huhnfarbige Muster, dessen Gensymbol mit „e+“ angegeben wird, völlig überdeckt.
Die Birkenfarbigkeit kommt durch eine Ab-schwächung in der vom Gen E gesteuerten Pig-mentbildung zustande, sie lässt beim Hahn silberweiße bzw. orangefarbige oder goldrote Farbe an Hals- und Sattelbehang (als Säumung) sowie auf den Flügeldecken und als Brustfedersäumung wieder hervortreten. Alle anderen Gefiederbezirke bleiben schwarz, auch die Außenfahnen der Armschwingen, die beim Bankiva- wie beim Italiener-Hahn braunrot sind und das braune Flügeldreieck bilden. Birken-farbige oder orangebrüstige Hähne haben also immer völlig schwarze Schwingen. Bei den Hennen finden wir die gleiche Hals- und Brustzeichnung und bei (vom rassischen Standpunkt aus) überzeichneten Tieren treten auch auf Rücken und Kissen weiße (oder braune) Farbtöne in Form einer feinen Rieselung oder Streifung hervor.
Das Gen „birkenfarbig“ erhielt das Symbol ER, um anzudeuten, dass es sich um eine Einschränkung (Reduktion) in der Wirkung des Faktors E handelt, eine Mutation, die sich der Wildfarbe gegenüber dominant verhält. Auf die Ausfärbung des Daunenkleides übt es keinen Einfluss aus: Die ERER-Küken sind wie die EE-Tiere schwarz bei weißlicher Unterseite
Fotos: Archiv ISV
Der nachfolgende Artikel wurde uns freundlicher Weise zur Veröffentlichung von der Geflügelzeitung zur Verfügung gestellt und ist der Geflügelzeitung 5|2010 entnommen:
Silberfarbig-gebänderte Zwerg-Cochin
Im Reigen der bei uns standardisierten 15 Urzwergrassen sind bestaunenswerte Entstehungsgeschichten und Jahrhunderte langes Bestehen eher die Regel, als die
Ausnahme. Uralte, aber besondere Rassen mit Charisma – keine Frage.
Verwiesen sei da nur auf Chabo oder Federfüßige Zwerghühner. Der Story der chinesischen Kaiserhühner, ihrer Erscheinung und ihrer Feinheiten sind die folgenden Ausführungen
gewidmet, insbesondere dem silberfarbig-gebänderten Farbenschlag.
Aus dem Kaiserreich nach Europa
Die ersten Zwerg-Cochin, die europäisches Land betraten, befanden sich bei keiner geringeren als bei Queen Victoria von England. Die Liebhaberin von exquisiten Geflügel erhielt 1860 ein Pärchen „Peking-Bantam“, so war die damalige Bezeichnung der heutigen Zwerg-Cochin, aus dem Sommerpalast des Chinesischen Kaisers. Britische Offiziere machten der Queen dieses
Geschenk, das sie aus dem tobenden Opiumkrieg mitgebracht hatten. Angekommen in England
wurde der absolut neuartige Typ dieser Hühnchen ebenso bestaunt, wie ihr lederfarbenes Gefieder. Im fernen Lande selbst genoss die Rasse die uneingeschränkte Zuneigung
des chinesischen Kaisers. Weiter zurückgehende, sichere Entstehungskenntnisse hat man bis heute nicht. Doch zurück nach Europa: hier hielten sie bereits 1866 Einzug in Deutschland. Hofdruckereibesitzer Max Richard Liepsch aus Dresden gelangte zum stolzen Preis von
1200 Mark an 1,1 Zwerg-Cochin aus England. Jenes Pärchen stand dann auch schon auf einer Leipziger Schau. Leider war Liepsch das Glück nicht beschieden aus diesem Paar Nachzucht zu erzielen, da bald nach dem Import der Hahn starb. Aushelfen konnte hier Alfred Beck,
der Direktor der Lehr- und Versuchsanstalt in Halle-Cröllwitz, der aus Bruteiern einer englischen
Züchterin 5 Küken erzielte und sie Max Liepsch verkaufte. Fortan begann auf deutschem Boden die gezielte Zucht der Zwerg-Cochin. Die Wirren der zwei Weltkriege waren die schlechtesten Zeiten auch für diese Rasse. Der 1929 anlässlich der Lipsia-Schau gegründete Sonderverein
leistete mit großen züchterischen Persönlichkeiten in seinen Reihen in der gesamten Entwicklung zur uns heute bekannten Zwerg-Cochin-Erscheinung großartige Dienste. Infolge von USA-Importen erreichte man in den sechziger Jahren große Verbesserungen.
Unmissverständlich sei darauf hingewiesen, dass Zwerg-Cochin eindeutig als Urzwerge klassifiziert werden. Zur gleichnamigen Großrasse vorhandene Parallelen in Federüppigkeit, Schwanzausprägung und Kopfprofil rühren nicht aus einer durch Verzwergung entstandenen
Verwandtschaft heraus. Genauere Analysen bezüglich der Rassemerkmale lassen unverkennbare
Differenzen zwi schen dem Riesen und dem Zwerg erkennen. Der silberfarbig-gebänderte Far benschlag ist ein Werk von Theo Appel, Offenbach am Main. Herauszüchtungsversuche begannen 1962 und die Vorstellungen auf den Nationalen Rassegeflügelschauen geschahen 1964 bis 1967, als letztlich der BZA den Farbenschlag anerkannte.
Der Typ macht die Rasse
Der Typ macht den Zwerg-Cochin –doch was macht den Typ? Freilich alle Formmerkmale machen den Federballtyp eines Zwerg-Cochin aus, trotzdem sind es schwerpunktmäßig Federreichtum, Vorneigung und Kruppenanstieg ohne die es unmöglich ist, einen ordentlichen Federball entstehen zu lassen. Die Vielzahl der charakteristischen Zwerg-Cochin-Attribute bauen auf
diese Fundamente auf. Im Trio der das Erscheinungsbild formenden Elemente – Skelett, Muskulatur und Feder, nimmt letztgenannter Part die absolute Dominanz ein. Vergleichend
zur Federstruktur vieler anderer Rassen ist natürlich der Flaumteil hervorstechend. Zwei
Drittel Flaumanteil zu einem Drittel fester Federfahne schaffen ausgesprochen runde Konturen und verhelfen zur ausreichenden Körperbreite. Zudem erscheinen die Federn breit, weich, elastisch und locker, jedoch nicht lose. Nur derartig beschaffene Federn bringen den abgerundeten und abgedeckten Zwerg-Cochintyp; harte Federn mit weniger als die Hälfte an Flaum, verderben ihn. Im gleichen Zuge der Ablehnung straffer, fest angezogener Befiederung, wird ebenso loser,
ungeordneter Federanordnung die rote Karte gezeigt. Wichtig erscheint, dass trotz des erhöhten
Flaumanteils, die feste Federfahne das Untergefieder überdeckt.
Basierend auf derartig spezifischen Befiederungstyp präsentiert sich ein massiges, ausgesprochen tief stehend wirkendes Urzwerghuhn mit allseits abgerundeten Konturen. Charakterisierend ist bei der Gesamtbetrachtung die Vorneigung des Körpers, die ihre optische
Unterstützung durch die hohe Kruppe und eine tief getragene Brust erfährt. Anatomische Beziehungen zur Vorneigung besitzt die Federbälle im seltenen Kleide Silberfarbig-gebänderte

Zwerg-Cochin 1,0 Zwerg-Cochin, silberfarbig-gebändert, Nat. Dortmund 2009, v SB
(Maik Gallasch, Großmaischeid) Foto: Wolters
Laufwinkelung. Unterschenkel und Lauf stehen im rechten Winkel. Diese sehr starke Winkelung, weiterhin jene zwischen Ober- und Unterschenkel, lässt die gesamte Körperachse nach vorn kippen. Einher mit der Laufwinkelung geht eine enorm volle Brust mit ausgeprägter Vorwölbung
die beeindruckende Ausdrucksstärke verleiht. Dabei hält die tiefe Brustausformung rund einen
Finger breit Abstand zum Boden. Bezüglich dieser Positionen wurden in den vergangenen Jahren unübersehbare Fortschritte erzielt. Dementsprechend sind Tiere mit abweichender
Merkmalsausprägung kritikbedürftig. Hohen züchterischen Wert besitzen Vertreter mit einem
langen Brustbein, da dieses eine ideale Vorderpartie begünstigt und nicht zuletzt gemeinsam mit der Federfülle die gewünschten Körperproportionen von 1:1:1 in Bezug auf Länge zu Breite zu Tiefe bewirkt. Oftmals wünscht man sich noch etwas mehr Körperlänge, da sie ausschlaggebend
für die optimale Darstellung der Kruppe ist. Betrachtungen zur Schwanzform der Zwerg-Cochin bringen stets den Fachbegriff der Kruppe mit sich, die im Rassegeflügelstandard als "Schwanzform der Zwerg-Cochin, bei der der höchste Punkt in der Mitte liegt“ definiert ist. Diese Definition gibt verständlich den zentralen Schwerpunkt der Oberlinie wieder. Im Seitenprofil beginnt am Ende des vollen Halsbehangs der geschwungene Anstieg des Schwanzkissens, der sich über den kurzen Rücken bis zum höchsten Punkt fortsetzt. Dann folgt das Abfallen der Oberlinie bis
hin zum Schwanzende. Die Konturen der Steigung und des Abfallens der Kruppe sind hierbei keineswegs gradlinig, sondern entsprechen einer Linie mit gleich bleibender Krümmung. Der höchste Punkt liegt im Idealfall in der Mitte der Kruppe.

Gleichmäßig gezeichnete silberfarbig-gebänderte Hennen aus der Zucht des Autors Foto: Schreiter
Minimale Abweichungen bedürfen einer zuchtstandsbezogenen Einschätzung mit Fingerspitzengefühl. Völlig untypisch ist natürlich eine bis zum Schwanzende ansteigende
Oberlinie. Wie bereits eingangs erwähnt, erhält die Kruppe ihre Form in erster Linie durch entsprechend gestellte und strukturierte Federn. Logischerweise ist in diesem Bereich
eine besonders volle Befiederung anzutreffen, um die Fülle der Kruppe zu erzielen. Bedeutsam erscheint, dass die Kruppenfedern das Untergefieder vollständig abdecken.
Andernfalls wird der Eindruck der Kruppe als eine Einheit im gesamten Gefüge des Federballs zerstört. Die breite Hennenfeder ist diesbezüglich im Vorteil im Vergleich zur schmaleren Schmuckgefiederfeder des Hahnes. Umso wichtiger ist es, dass sein Sattelbehang üppig ausfällt.
Bei Hennen mehr oder minder häufiges Auftreten von stark aufrecht stehenden Federn, die sich
nicht in die Gesamtkruppenstruktur fügen, wird in der Kritikgestaltung bedacht. Die kurzen Steuerfedern fallen auf den ersten Blick nicht auf. Sie werden von einer Vielzahl an
Beifedern eingedeckt und ergeben ein fließendes Bild. Lange Steuern ergeben eine lang ausgezogene Kruppe, die die Ballform störend beeinflusst. Zu achten ist auf einen lükkenlos
geschlossenen Kruppenabschluss, bei dem die untersten Federn nicht abstehen. Die beschriebene Kruppenbildung weist in der Draufsicht eine gleiche bleibende Breite auf. Von den breiten, jedoch nicht hervortretenden Schultern ab darf sich der Körper folglich keinesfalls
verjüngen. Die aus den Schultern hervorgehenden Flügel werden waagerecht gehalten. Die Forderung nach kurzen, breiten Flügeln hat ihre Bewandtnis bezüglich einer optischen Unterstützung der Vorneigung. Gelegentlich bereitet dieses Rassemerkmal vor allem den Hähnen
Probleme. Der gesamte Flügel liegt eingebettet im weichen Flaumgefieder.
Ein aus dem Brustbogen herausragender Flügelbug macht ein Tier wertlos. Beachtung bedarf
weiterhin das Vorhandensein der Axialfedern. Hinter und unterhalb der hinteren Flügeleinbettung befindet sich das weiche Flanken- und Aftergefieder. Im fließenden Übergang geht es zur ebenfalls voluminösen und somit Kissen bildenden Befiederung der kurzen, kräftigen Schenkel
mit gut entwickelten Stulpen. Letztlich bringen breit angesetzte Läufe mit ausgeprägter Laufbefiederungen den untersten Konturenabschluss des Federballs.

2 Hennen mit unterschiedlicher Brustzeichnung: links zu verwaschen,
rechts standardkonform
Der Forderung nach gelber Färbung der Läufe kommen nicht alle Exemplare nach. Konsequent müssen auffallend blasse und grüne Lauffärbungen eliminiert werden. Die volle Befiederung der Laufaußenseite, Außen- und Mittelzehe hingegen gilt als züchterisch gefestigt. Aufgrund
der hohen Elastizität der Feder kommt es kaum zum Abbrechen der seitlich abgerundeten Lauffedern.
0,1 Zwerg-Cochin, silberfarbig-gebändert, Annaberg 2009, sg 95 E (Ruben Schreiter, Gornsdorf) Fotos: Schreiter
Bei der gemeinsamen Haltung mit meinen Federfüßigen Zwerghühnern, denen vergleichsweise eine wesentlich härtere Feder eigen ist, fiel dies schnell auf. Selbstverständlich sind für eine ansprechende Laufbefiederung der Zwerg-Cochin entsprechende Pflegemaßnahmen notwendig.
So ist die Grünfläche des Auslaufs kurz zu halten bzw. feiner Sand dient als Untergrund und im
Stall erweist sich Tiefstreu als vorteilhaft. Alles in allem sind Verschmutzungen zu minimieren.
Allgemeine Betrachtungen gelten nun noch dem Kopf, der verhältnismäßig klein ausfällt. Auf
dem gut gebogenen Schädel befindet sich ein kleiner Einfachkamm mit relativ flachem Kammblatt und nicht zu tiefen Zackeneinschnitten. Allein schon durch die Kleinheit bedingt, steht der Kamm aufrecht und ist von fester Struktur. Eine etwas weichere Kammfront bei schon legenden
Hennen wird in anbetracht des Reifezustands der jeweiligen Henne und der vorherrschenden
Jahreszeit behutsam beurteilt. Lebenskraft strahlen die roten Gesichter inklusive Ohrlappen beider Geschlechter aus, was bei den Hennen nicht immer optimal gegeben ist. Leichte Schwankungen liegen in der Kehllappenausprägung vor. Beständig wird hier auf kleine, runde Kehllappen mit geschlossener Front hingearbeitet. Resümierend aus den Formattributen soll kurz auf die Größe der Zwerg-Cochin eingegangen werden. Aufgrund der starken Betonung auf Federfülle wirken sie wesentlich größer als ihr Leib ist. Gerade professionell hergerichtete Spitzenvertreter mit voluminöser Befiederung, lassen Größenunterschiede zum Käfignachbar erkennen.
Wissentlich über den Hintergrund dieses optischen Effektes sollte jenen Tieren jedoch kein
Nachteil entstehen, solange der Gewichtsrahmen von 850 g beim Hahn bzw. 750 g bei der Henne
nicht deutlich überschritten wird.
Farbe und Zeichnung
Der silberfarbig-gebänderte Farbenschlag besitzt vornehmlich seine Anreize in der klaren Bänderung der Henne. Das Zeichnungsmuster der Bänderung ist beim Hahn nicht
wieder zu finden. Seine Zeichnung differiert in sämtlichen Grundzügen zur Henne, deshalb spricht man vom Geschlechtsdimorphismus. Die Anforderungen, die an den Hahn gestellt werden, sind derart gestaltet, dass er im möglichst optimalen Maße eine markante Mehrfachbänderung
an die Hennennachzucht weitergibt. In farblicher Hinsicht treffen wir beim männlichen
Geschlecht auf einen Kontrast zwischen grün glänzendem Schwarz und möglichst reinem
Silberweiß. Dem reinweißen Kopf folgt im Halsbehang eine schwarze Schaftstrichzeichnung, die am und seitlich vom Federkiel entlang weiß durchbrochen ist. Der durchbrochene
Schaftstrich ist von eminenter Bedeutung für eine hochwertige Hennenzeichnung. Ihn trifft man
auch im Sattelbehang an. Schultern, Rücken und Flügeldecken werden silberweiß verlangt. Das bereitet einen nicht unerheblichen Teil der Hähne noch Schwierigkeiten.
Leichter gelblicher Anflug sollte mit Einfühlungsvermögen beurteilt werden. Nichts desto trotz muss hier auf Weitsicht auf ein reines Silberweiß bei der Zuchttierauswahl ein Augenmerk gelegt werden. Das Kehl-, Brust-, Bauch- und Schenkelgefieder trägt entlang des äußersten
Randes, der ansonst schwarzen Federfahne, einen möglichst gleich bleibend breiten weißen
Saum. Dabei sollte die Saumausprägung über die genannten Federfluren kaum variieren. Schwarzweißgesäumt sind bei hochkarätigen Vererbern auch die großen Flügeldeckfedern
(Bindenfedern). Aufzeichnungen über die Saumausprägungen im Laufe der Individualentwicklung
sind bedeutsam, da die Saummarkanz im Regelfall mit jedem Mauserzyklus bis zum Schaugefieder abnimmt und zur Zucht ausschließlich Vertreter Verwendung finden dürfen, die zumindest als Jungtier Brust- und Bindensaum aufwiesen. Verbesserungswürdig
erscheint oftmals das weiß verlangte Flügeldreieck.

0,1 Zwerg-Cochin, silberfarbig-gebändert, Nat. Dortmund 2009,
sg 95 SVE (Maik Gallasch, Großmaischeid) Foto: Wolters
Betrachtet man nun die Zeichnung der Henne, fällt auf, dass sie im Grunde auf den Konturfedern nur ein Zeichnungselement, die Bänderung, trägt. Theoretisch muss da nur der Schwung und der silberweiß bis silbergraue Kopf ausgeklammert werden. Die Perfektion sieht einen mehrfachen, der Federform folgenden Wechsel von blau- bis stahlgrauer Grundfarbe und schwarzer Bänderung vor. Je intensiver die schwarze Bänderungsfarbe, umso kontrastreicher wirkt die ganze
Farbgebung. Wie bei allen anderen Rassen in gebänderten Farbenschlägen wird auch bei den Zwerg-Cochin auf eine scharfe Abgrenzung der Zeichnungsfelder hingearbeitet.
Hierbei ist jedoch die rasseeigene weiche Feder gewissermaßen ein limitierender
Faktor, der es nicht ohne weiteres möglich macht, beispielsweise die Zeichnungsschär -
fe der silberfarbig-gebänderten Zwerg-Wyandotten oder Zwerg-Plymouth Rocks zu erzielen. Der
Grund hierfür ist, dass in einer weichen Feder die Keratinmoleküle, aus denen die Federsubstanz im Wesentlichen besteht, weniger dicht aneinander gelagert sind, als in einer
festeren Feder. Dementsprechend liegen auch die Farbstoffträger, die Melanine, nicht so dicht aneinander. Dadurch kommt es immer zur partiellen Vermischung der schwarzen
und stahlgrauen Melanine an der Stelle, wo beide Farben aneinander Grenzen. Aufgrund der lockereren Moleküleinlagerung der weichen Feder, ist der ersichtliche Effekt der Vermischung wesentlich größer, als bei einer vergleichsweise festen Feder.
Mit diesem Hintergrund sind die Zeichnungsattribute der Henne feinfühlig und doch zielbewusst zu
beurteilen. In der unteren Federhälfte fehlende Bänderung, stark zackige Bänder, total verwaschene Zeichnungsabgrenzung und massive Pfeffereinlagerungen in der
Grundfarbe bleiben natürlich fehlerhaft. Auffällig breiter silberner Außensaum bedarf auch Beachtung. Der gegenwärtige Zuchtstand lässt es zu, die genannten Forderungen
im Mantelgefieder abzuverlangen. Die Brustbänderung wiederum kommt nicht an die Qualität der
Bänderung im Mantel heran. Wichtig ist, dass hier zumindest auf jeder Feder eine Mehrfachbänderung vorhanden ist. Reicht die Bänderung bis in die Schenkelfedern ist es umso
erfreulicher. In Anlehnung an die Mantel- und Brustzeichnung finden wir auch im Halsbehang eine angedeutete Mehrfachbänderung mit silbernem Außensaum. Diesbezüglich gibt es schon Vorzeigemodelle. Bilanzierend zu den Farb- und Zeichnungscharakteristika gilt es zusagen, dass sie zwar den Zuchtund Ausstellungswert eines Tieres beeinflussen, aber in ihrer Gewichtung hinter den Formmerkmalen zurückstehen.
Abschließend soll noch darauf verwiesen werden, dass wir es mit einer ausgesprochen freundlichen und geselligen Spezies zu tun haben. Nicht nur das unkomplizierte
Verhalten unter den Artgenossen, sondern auch ihre zutrauliche, ausgesprochen ruhige Art macht sie neben ihrem äußeren Erscheinungsbild besonders liebenswert.
Ruben Schreiter
Geflügelzeitung 5|2010